Wenn das nach der Toilette Fragen zur Herausforderung wird - Ich & meine Schüchternheit



Hallo ihr Lieben

In einem Restaurant nach den Toiletten zu fragen.

Jemanden anrufen.

Dem Gastgeber zu sagen, dass man keine Zwiebeln mag.

Situationen, die für mich lange Zeit total schlimm waren.

Ich habe die Toiletten lieber eine halbe Stunde selbst gesucht, anstatt einfach die Bedienung zu fragen. Anstatt jemandem anzurufen habe ich lieber super lange E-mails versendet und tagelang auf eine Antwort gewartet. Um jemanden nicht zu verletzen habe ich lieber das Essen mit den Zwiebeln heruntergewürgt, anstatt kurz vorher Bescheid zu geben.

Ich schreibe seit fünf Jahren ein öffentliches Tagebuch, spreche regelmässig bei Instagram in die Stories und meinen Podcast hören sich um die vierhundert Menschen an. Wenn du mich nur online kennst, wirst du denken, dass ich ein total extrovertierter Mensch bin. Wenn du mich auch privat kennst, wirst du schnell merken, dass ich das nicht wirklich bin. Und wenn du mich aus der Schule kennst, weisst du, dass ich mich niemals freiwillig im Unterricht melde und bei meinen Worst-Case-Notenberechnung immer mit einer sehr schlechten mündlichen Note rechne.

Im Unterricht habe ich es tatsächlich noch nicht geschafft gegen meinen Schüchternheit anzukämpfen. Auch wenn ich mir schon einige Schnitte mit der unterirdischen Mitmachnote versaut habe. Übrigens finde ich es eine Frechheit, dass die Mitmachnote, „Mitmachnote“ heisst. Nur weil ich mich nicht melde, heisst es noch lange nicht, dass ich nicht mitmache. Im Gegenteil, im Unterricht lerne ich jeweils mehr für eine Prüfung als zu Hause. Das ist aber ein anderes Thema.

Dieses nicht Mitmachen im Unterricht wird mir von meinen Lehrern ständig vorgehalten. Ich weiss, karrieretechnisch sollte ich mich da verbessern, doch können wir den Fokus auch mal auf die Fortschritte legen? Mittlerweile suche ich maximal 5 Sekunden selbst nach der Toilette und frage direkt die Bedienung um Hilfe. Ich habe gelernt, dass ich nicht mehrere Tage auf eine Antwort warten muss, da ich auch einfach anrufen kann und meine Freunde wissen mittlerweile vor einer Einladung was ich mag und was eben nicht.

Wow, es hat so unendlich viel Überwindung gekostet! Ich kann aber sagen, hier, ein paar Schritte neben meiner Komfortzone ist es auch ganz schön. Vielleicht sogar noch ein klitzekleines bisschen schöner.

Diese Schüchternheit wird von der Gesellschaft oft als Schwäche dargestellt. Eine Person die eben nicht direkt „outgoing“ ist, wird direkt als langweiliges Mauerblümchen dargestellt. Langezeit hat mich das beschäftigt. Ich glaube niemand will für ein graues Mäuschen gehalten werden, oder? Also habe ich beschlossen etwas zu ändern. Den Spruch „Fake it till you make it“ habe ich mir zu Herzen genommen und diese Offenheit einfach gespielt. Damit habe ich meiner Schüchternheit keinen Platz gelassen. Das klingt jetzt total einfach, ist es aber nicht. Wenn man die Schüchternheit aber mal überwunden hat, sind viele Dinge plötzlich total cool. So kommt man zum Beispiel mit der netten älteren Dame an der Bushaltestelle in ein Gespräch über roten Lippenstift und kann sich so die lange Wartezeit versüssen. Und plötzlich erfährt man coole Dinge über andere Personen, weil man sich getraut auch mal Fragen zu stellen.

Nein, man kann nicht einfach nicht mehr schüchtern sein, doch man kann versuchen in eine Rolle zu schlüpfen. Das Hirn mit seinen Sorgen, dass man etwas falsches, peinliches sagen könnte, einfach mal Hirn sein zu lassen und nicht darauf zu hören. Das klappt nicht immer, nicht in jeder Situation. Beginne einfach mal mit etwas ganz kleinem, zum Beispiel mit der Frage nach den Toiletten und wenn du es geschafft hast: Sei stolz!

Kleine Schritte in die richtige Richtung sind super! Es muss nicht gleich das riesige Ziel erreicht werden. Teilziele, ist auch hier das Stichwort! Und für jedes erreichte Mini-Ziel gibt es eine Party!

Irgendwann wird man auf diese Weise auch das grösste Ziel erreichen.

Let’s do this!

Chiara

PS: Schüchternheit kann auch ein grosses Geschenk sein. Oftmals kennt niemand die Talente einer schüchternen Person. So ist der Überraschungseffekt viel grösser, wenn du deine Stärken zeigst und die anderen werden total beeindruckt sein. Versuch’s mal!




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