Meine 14 besten Lerntipps für die Abschlussprüfungen



Hallo ihr Lieben

Äääh... meinen letzten Blogpost habe ich einfach um Weihnachten herum geschrieben! In der Zwischenzeit ist so viel passiert. Wobei, vielleicht ist doch gar nicht so viel passiert? Vielleicht war es auch einfach ein mega grosses Ereignis: Ich habe meine Fachmatur in der Tasche! Yipee!

Jep, und in der Zeit zwischen Weihnachten und jetzt war die intensivste Vorbereitungsphase für die schriftlichen & mündlichen Abschlussprüfungen. Letzte Woche waren dann die mündlichen Prüfungen und diese Woche habe ich das Ergebnis erhalten. Es ist also noch ganz frisch und bevor ich nun, beflügelt von meinem Erfolgserlebnis, alles wieder vergesse, möchte ich mit euch meine besten Tipps teilen.


Übrigens: Am Ende dieses Posts findest du die Audio-Version. So musst du nicht lesen, sondern kannst mir einfach zuhören. ;-)


1. Übersicht

Zu Beginn (damit kann man schon seeeeehr früh anfangen) ist es wichtig, sich eine Übersicht zu gestalten.

Welche Fächer werden geprüft?

Wie wird geprüft?

Was muss man wo können?

Welche Fächer sind "Auswendiglern-Fächer", welche Fächer sind "Verstehen-Fächer"?


2. Zeitplan

Ihr wisst vielleicht, ich bin kein grosser Fan von total starren Lernplänen. Ich finde nämlich, nicht jedes Fach kann zu jedem Zeitpunkt gelernt werden. Die Motivation muss stimmen! Nichtsdestotrotz ist es wichtig, den Überblick über wichtige Termine (z.B. Prüfungstermine, Fragestunden etc.) zu behalten. Deshalb habe ich mir direkt zu Beginn des Schuljahres einen grossen Plan gestaltet und ihn an die Wand neben meinem Schreibtisch gehängt. Da habe ich dann direkt alle Termine eingetragen. Das ist echt super praktisch.


3. Fokus planen

Ich glaube es gibt zwei Arten von Schüler*innen:

1. Die Durchschnittsschüler*innen: Diese haben in jedem Fach die etwa gleiche Note.

2. Die Sinuskurvenschüler*innen: Diese haben sehr gute Fächer, aber auch nicht so gute Fächer.

Ich muss sagen, ich bin eher so typ Sinuskurvenschülerin. ;-) Deshalb war für mich direkt klar, dass ich auch in meinen Abschlussprüfungen sehr gute Fächer und aber auch schlechte Fächer haben werde. Die Kunst besteht natürlich darin, die Bälle trotzdem jonglieren zu können. Man muss sich also überlegen, mit wie viel Aufwand man welche Noten ca. erreichen könnte. Dann heisst es schlussendlich abwägen. Dabei spielen natürlich auch Faktoren wie Gewichtung der einzelnen Fächer und die Menge des Stoffs eine Rolle.

Mein Tipp: Plane wirklich genau wie viel Zeit du für welche Fächer investierst, und welche Noten da rauskommen sollten.


4. Unterricht = Lernzeit

Viele, viele, viele Schüler*innen gehen nicht gerne in den Unterricht, kommen aber trotzdem, weil man ja schliesslich kommen muss, nicht wahr? Was deshalb umso wichtiger ist, ist das man den Unterricht wirklich als Lernzeit nutzt! Ich versuche wirklich immer direkt alles im Unterricht zu verstehen. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann schreibe ich mir direkt meine ganz konkreten Fragen auf und frage entweder die Lehrperson, meine Mitschüler*innen und oder das Internet.

Ein weiteres wichtiges Stichwort zu diesem Punkt sind VERKNÜPFUNGEN! Im Unterricht versuche ich bzw. habe ich immer versucht den Stoff direkt an die bereits gelernten Informationen anzuknüpfen. Das ist sehr effektiv weil das Gehirn generell mit Verknüpfungen arbeitet. Zudem gibt es gerade in Fächern wie Biologie, Geschichte, Geografie sehr viel zum Auswendiglernen. Da wird man wahnsinnig, wenn man versucht die Informationen "einzeln" auswendig zu lernen. Dazu kommt noch, dass es gerade in mündlichen Prüfungen hilfreich ist, wenn man diese Verknüpfungen verstanden hat. Manchmal springen die Prüfer nämlich im Stoff hin und her, da ist es wichtig, dass man sich nicht verwirren lässt.


5. Nachbereiten

In meinem Fall war es so, dass ich im letzten Jahr einen etwas reduzierten Stundenplan mit Selbststudium-Anteil hatte. Diese Zeit habe ich (meistens) versucht sinnvoll zu nutzen, indem ich die Stunden nachbereitet habe. Sprich, ich habe jeweils nach dem Unterricht direkt Zusammenfassungen geschrieben, Notizen gemacht etc. Mein Ziel war es, vier Wochen vor den Prüfungen mit allen Zusammenfassungen fertig zu sein. Das habe ich auch geschafft und ich muss sagen, dass war echt beruhigend. So konnte ich mich in den vier Wochen komplett aufs wirkliche Auswendiglernen konzentrieren.


6. Auffrischen ist einfacher als neu lernen

Das hat bestimmt schon jeder einmal selbst erfahren. Es ist viel einfacher etwas aufzufrischen, was man schon einmal konnte, als etwas neu zu lernen. Diese Tatsache habe ich mir vor allem in einem Fach zu Nutze gemacht.

In Biologie mussten wir unzählige Pflanzen und Tiere bestimmen können. Diese Informationen haben wir ziemlich früh im Unterricht erhalten, weshalb ich auch gleich damit angefangen habe, diese zu lernen. Mir war bewusst, dass ich einige auch wieder vergessen werde, doch wie schon geschrieben: Auffrischen ist einfacher als neu lernen.

Kurz vor der Prüfung musste ich die Kärtchen nur noch wenige Male anschauen und konnte sie wirklich schnell.


7. Hilfe holen

Dazu habe ich mal eine Podcastfolge gemacht. Diese findest du hier!

Es ist mir wirklich wichtig, dass dieses schlechte "Image" vom Hilfe-holen endlich verschwindet. Ich hatte zum Beispiel grosse Angst, dass ich den Chemiestoff nicht in meinen Kopf bekomme. Auch weil mein Schnitt in den vorherigen Jahren meistens ungenügend oder gerade knapp genügend war. Also habe ich mir jemanden gesucht, der mir mir da nochmals durch den Stoff durchgeht und vor allem jemanden dem ich alle meine Fragen stellen konnte. Das ist sooo wichtig, vor allem dass man sich nicht für Fragen schämen muss. Nur so kann es funktionieren. Na, und was soll ich sagen, meine Note in der Chemieprüfung kann sich sehen lassen.


8. Original Material lesen

Ich möchte nicht eingebildet klingen, aber ich muss sagen, ich finde meine Zusammenfassungen super gut. Wirklich, manchmal habe ich das Gefühl die Lehrpersonen könnten sich von meinen Lernblättern ruhig mal ein Scheibchen abschneiden. ;-)

Nichtsdestotrotz kann es natürlich passieren (gerade wenn man sooo viele Zusammenfassungen schreibt), dass man Dinge vergisst oder man den Fokus vielleicht damals beim Erstellen des Lernblattes anders gelegt hat. Deshalb: Mir hat es bei manchen Themen den Popo gerettet, dass ich nochmals alle original Texte durchgelesen habe.


9. Prokrastinieren mit Stil

Jep, Pausen gehören dazu. Die sind auch meeega wichtig, aber dann gibt es auch noch den Prokrastinieren-Modus, auch bekannt unter dem Namen "Aufschieberitis". Dieser Modus ist ganz normal, trotzdem aber irgendwie doof. Ich habe dann oft einfach Videos von The Simple Club oder Mr. Wissen to go oder so zu den entsprechenden Themen angeschaut. Erstens hat man dann ein etwas weniger schlechtes gewissen. Zweitens sind die Inhalte wirklich gut aufbereitet und man kann sie sich gut merken, da die Videos mit Verknüpfungen arbeiten (Bild, Ton, Witze etc.). Drittens, oft war es bei mir so, dass ich mich aufgrund des Videos irgendetwas gefragt habe und dann doch meine Unterlagen hervorgeholt habe. So habe ich quasi den Einstieg ins Lernen wieder gefunden. Funktioniert aber natürlich nicht immer.


10. Wände zukleistern

Während meiner Lernphase habe ich versucht die Informationen an möglichst vielen Orten zu verteilen. So habe ich während ich z.B. meine Zähne geputzt habe am Spiegel im Badezimmer die Wetterlagen geübt und beim Duschen die wichtigsten Zusammenhänge der Chemie gelernt. Dabei geht es übrigens auch wieder um Verknüpfungen. ;-)


11. Lernstoff in den Alltag integrieren

Eine ähnliche "Methode" ist das integrieren des Lernstoffs in den Alltag. Das funktioniert, indem man sich z.B. beim Zucker in den Kaffee schütten die Informationen zum Disaccharid Saccharose bewusst macht. Das kann man entweder alleine für sich im Kopf machen oder so richtig schön Klugscheissen. Letzteres macht besonders viel Spass, zumindest dem Klugscheisser selbst.


12. Informationen snacken

Eigentlich war ich nie die grosse Kärtchenlernerin. Höchstens für Fremdsprachenvokabeln habe ich früher Kärtchen geschrieben. Das hat sich mit diesen Prüfungen geändert. Zum Teil gibt es Dinge die sind wirklich prädestiniert dafür, dass man sie mit Karteikarten zu lernen. Diese Kärtchen habe ich in der Lernphase stets mit mir herumgeschleppt. So konnte ich diese "toten Zeiten" z.B. in der Strassenbahn sinnvoll nutzen. Klar kann man diese Zeit natürlich auch zum Entspannen nutzen, aber durch dass ich oft bereits unterwegs gelernt habe, konnte ich meine Pause dann zu Hause bei einer schönen Tasse Kaffee geniessen, oder so.


13. Bewegung

Ich habe Hummeln im Hintern! Ganz besonders wenn ich eigentlich irgendwelche Dinge stupide auswendiglernen müsste. Das ist natürlich eher suboptimal. Deshalb habe ich mich oft während des Lernens irgendwie bewegt. Ich bin Treppen gestiegen, gehüpft, habe getanzt oder bin einfach im Zimmer herumgelaufen.


14. Lerngespräche führen

Ich würde fast sagen das ist der Tipp aller Tipps! In der Regel sitzt man ja nicht alleine im Boot. Es gibt also immer Leute, die den gleichen Stoff auch in ihren Kopf bekommen müssen. Mir hat es unglaublich geholfen, Lerngespräche zu führen. Sprich, ein Freund und ich haben uns jeweils per FaceTime getroffen und uns ohne Notizen über den Stoff unterhalten. So haben wir gemeinsam den Stoff verknüpft. Zum Teil hat er mir Dinge erklärt, zum Teil ich. Sowas ist eine totale Win-Win-Situation. Und ausserdem hat man dann das Gefühl, dass man nicht alleine ist, das hilft auch schon ungemein und motiviert echt.


Jep, das wärs gewesen von meinen Lerntipps. Falls du jetzt noch weitere auf Lager hast, dann immer her damit. Du kannst mir gerne einen Kommentar schreiben.

Ansonsten drücke ich allen, die gerade vor Prüfungen stehen die Daumen!


Ganz liebe Grüsse


Chiara