Geschichten im Nachtzug

Aktualisiert: 29. Sept 2019



Hallo ihr Lieben

Manchmal gibt es Situationen in meinem Alltag, da muss ich einfach mein Handy zücken, einen Stift hervorkramen oder meinen Computer anmachen und schreiben. Manchmal brennt mir ein Thema unter den Nägeln, manchmal möchte ich eine Situation dokumentieren, manchmal meine Gedanken sortieren und manchmal inspiriert mich meine Umgebung so sehr, dass ich es fast nicht aushalte nicht zu schreiben.

Heute ist letzteres der Fall.

Ich befinde mich gerade im Nachtzug irgendwo zwischen der Schweiz und Berlin. Immerwieder öffne ich meine Kartenapp, die ich vor meiner ersten Berlinreise heruntergeladen habe. Genauer sind wir also zwischen Göttingen und Salzgitter (erinnert mich irgendwie an Chemie - Ionengitter), links neben uns Paderborn (mein alter Mathelehrer kommt von da).

Noch genauer genommen befinde ich mich in einem riesigen Zug, der sich von innen gar nicht mehr so riesig anfühlt. Ich liege in einem 6er Liegeabteil auf dem obersten Bett und fühle mich wie ein Paket. Nein, ich weiss natürlich nicht genau wie sich ein Paket fühlt, doch wenn ich so daliege und mir vorstelle, wie sich wohl ein Paket fühlen muss, dann würde ich an meine jetztige Situation denken. Ein Abteil, ungefähr so gross wie eine Speisekammer (gibt auch ungefähr die gleiche Menge an Speisen - hey, schliesslich befinden wir uns auf Klassenfahrt) und an der Decke, die gefühlt 5 cm oberhalb meines höchsten Punkts des Gesichts beginnt, befindet sich ein Bild eines Heissluftballons.

Ich fände es ja wundervoll, wenn dieser Heissluftballon psychologisch irgendwie einen Einfluss auf mein Wohlbefinden hätte. Nicht, dass ich mich nicht wohfühle. Ja, ich könnte mir gerade besseres vorstellen, aber ich könnte mir genausogut schlechteres vorstellen. Da ich aber gerade am Schreiben bin, geht es mir ganz gut. Ausser, dass ich langsam Hunger habe. Oh, ok das ist jetzt echt Zufall, wenn mich nicht alles täuscht riecht es langsam nach Frühstück. Zum Duft von abgestandenen Zugsitzplätzen, Schweiss von 6 Paketen, kalter Luft, Lebkuchen & anderen Süssigkeiten, sowie dem Geruch von abgestandenem Bier (wahrscheinlich Gras, ich finde genau so riecht Canabis) mischt sich allmählich ein angenehmerer Duft. Vielleicht ist es aber auch der Duft der Ungeduld, denn eigentlich dauert es bis zum Frühstück noch knappe zwei Stunden.

Was ich eigentlich mit euch teilen wollte: Ein Nachtzug ist wahnsinnig inspirierend und irgendwie muss man das echt mal erlebt haben. So ein Buch im Nachtzug schreiben - das wär‘ was! Immerhin schreibe ich gerade einen Blogpost.

Nun, ich weiss eigentlich gar nicht, was dieser Blogpost eigentlich soll. Mmm, in erster Linie ist er für mich, denn ich mag es echt nicht unproduktiv zu sein. In zweiter Linie könnt ihr mehrer Dinge mitnehmen:

1.) Inspiration lauert überall

2.) Setzt eine Nachtzug-Fahrt auf eure Bucketliste

3.) Wenn du ein Buch schreiben möchtest, schreibe es über eine Fahrt im Nachtzug

4.) Vielleicht ist die Nachtzug-Fahrt auch ein gutes Aufsatzthema

5.) ln einem Nachtzug kannst du dich einmal wie ein Paket fühlen (achtung wissenschaftlich nicht erwiesen)

6.) Vielleicht bin ich einfach total müde und gleichzeitig total wach vom Kaffee und interpretiere sehr viel in eine Nachtzug-Fahrt hinein.

So, ich muss jetzt mal auf‘s Klo. Ich muss gleich klettern. Wahrscheinlich habe ich genau wegen dieser einen Situation in meinem Leben 12 Jahre Sportunterricht. Yeah, eine Nachtzug-Fahrt öffnet einem auch noch die Augen!

© Chiara Elisa | 2019

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